6. Spieltag 2017/18: TSV Bayer 04 Leverkusen – 1. FC Spich

Spich spielt Hase und Igel mit Leverkusen

LEVERKUSEN, 16. November 2017 - Die Spicher Mannschaft hat sich im Punktspiel gegen Leverkusen unter der Woche zu später Stunde die ersten drei Punkte erkämpft. Dabei zeigte die Mannschaft von Carsten Ullmann zwei unterschiedliche Gesichter. Im Aufeinandertreffen der Landesliga-Teilnehmer bot zwar nur ein Team volleyballerische Klasse: die Gäste aus Spich – aber sie konnten auch anders.

"Irgendwann müssen wir einfach gewinnen, damit der Abstand nicht viel zu groß wird", hatte Spichs Abwehrmann Alsmann vor dem Spiel die Marschroute ausgegeben. Und der FC zeigte sich dann auch vom Anpfiff weg bis in die Haarspitzen motiviert. Die Rheinländer gingen hohes Tempo, agierten druckvoll, suchten den schnellen Weg nach vorne und gaben durch Stoebke sogar den stärksten Warnschuss in der Partie ab – ein Aufschlag unter dem Netz hindurch.

"Dass der FC eine ballsichere Mannschaft hat, wussten wir", betonte einer der besten Leverkusener. Allein, es fehlten die Mittel, die Stafetten zu unterbinden. "Wir haben zu keiner Zeit Zugriff aufs Spiel gehabt, waren immer einen Schritt zu spät", analysierte er treffend.

Das Team von Trainer Ullmann nutzte seine erste Gelegenheit zur Führung und verwaltete das Ergebnis danach – bis auf wenige Ausnahmen – souverän. Wiegend und Scheel hatten nach einem Rückstand von 8 Punkten die ersten Lücken in der Leverkusener Abwehr gefunden. Stoebke konnte schließlich die entscheidenden Bälle am Netz zum 1:0 und damit zum Satzgewinn verwerten.

Danach war Spich klar spielbestimmend. Scheel und Szemkus beherrschten das zentrale Mittelfeld nach Belieben. Die direkten Gegenspieler waren nicht in der Lage, ihrem Team ähnliche Sicherheit zu geben. Kam Leverkusen mal in die Nähe des Spicher Netzes, war es meist durch Standardsituationen. Diese führten aber dazu, dass der Ball überall hin flog, nur nicht in die Gefahrenzone. Ein Glück für den FC, der seinerseits zu viele Fehler machte, aber nicht an die hohe Quote der Bayer-Spieler heran kam.

Und trotz der klaren Spicher Feldüberlegenheit hätte Leverkusen ins Spiel zurückkommen können. So etwa im zweiten Satz, als Bayer erneut mit 4:0 führte und bis zum 11:11 mithalten konnte. Wieder musste der FC zum Wiederanpfiff einem Rückstand hinterherjagen. Die erfolgreiche Aufholjagd war ein echter Wirkungstreffer für die Leverkusener, die danach ein wenig aufsteckten und den Faden verloren, auch wenn der Trainer immer wieder frische Offensivspieler brachte. Die Spicher hatten nun leichtes Spiel, machten nicht mehr als nötig. 2:0.

An den Kräfteverhältnissen danach änderte sich nichts. Im Gegenteil: Die Spicher Dominanz schüchterte die Leverkusener noch mehr ein. Die Mannschaft vom Bayer-Riesen, die es in dieser Spielzeit auf vier Ligasiege gebracht hat, konnte sogar von Glück reden, dass sie nach 50 Minuten im Ergebnis nur 0:2 zurücklag. Dieses nervenaufreibende Spiel war für manche in der Halle zu viel, wodurch eine kurze Unterbrechung in der Mitte des Satzes notwendig war. Letztlich änderte das aber auch nichts mehr am Erfolg des FCs.

Die Stricher aus Spich haben sich im Kampf um die besten Tabellenplätze eindrucksvoll zurückgemeldet, Leverkusen dagegen droht in seiner Tristesse zu versinken. „Das war heute einfach zu wenig. Spich war zudem ein richtig guter Gegner. Das 3:0 geht deshalb in Ordnung“, sagte ganz Leverkusen nach dem Spiel. Fazit auf Spicher Seite: „Aufschläge werden überbewertet, eine warme Dusche macht noch keinen guten Gesang und Igel sind nicht stoßfest.“

(Artikel frei zitiert aus dem Kicker, FAZ, Spiegel sowie sport1.de. Dank an den FC, Hoffenheim, den DFB und Bayern München.)

Für Spich spielten: Felix Scheel, Holger Alsmann, Jan Mayer, Kay Stoebke, Lukas Preis, Mario Lenz, Matthias Wiegand, Philipp Küper, Tobias Szemkus, Volker Neumann

Autor: Volker Neumann

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