17. Spieltag 2017/18: 1. FC Spich – TSV Seelscheid

Kämpferherz bewiesen

20180303 kleinHÜRTH, 3. März 2018 - Am vergangenen Samstag stand für die 1. Spicher Herrenmannschaft das Auswärtsspiel gegen den TSV Seelscheid auf dem Plan. Mit im Gepäck: 30 Punkte und die Zuversicht, gegen die abstiegsgefährdete Mannschaft aus Seelscheid (18 Punkte) weitere drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Auf dem Papier also eigentlich eine klare Sache, wäre Seelscheid nicht mit voller Kapelle angereist und wären vergangene Duelle nicht häufig eine enge Kiste gewesen…

Coach Carsten Ullmann war an diesem Tag gezwungen, zwei Veränderungen in der Startaufstellung gegenüber dem vergangenen Spieltag vornehmen, da die beiden Stammspieler Matthias Wiegand und Volker Neumann ihre Teilnahme aus privaten Gründen absagten. Der nach Kniebeschwerden zurückgekehrte Lukas Preis ersetzte Wiegand auf der Außenposition und Christoph Türk übernahm das Zuspiel für Neumann. Auch Tobias Szemkus war nach einer Bänderdehnung im Fuß wieder fit und konnte sich das Liberotrikot überstreifen.

Der erste Satz begann für die Spicher konzentriert in Annahme und konsequent im Angriff, sodass sie sich zur Mitte des ersten Durchgangs einen deutlichen Vorsprung erarbeiteten konnten (16:11). Vor allem die Mittelblocker Sebastian Schaumann und Jan Mayer konnten mit sehenswerten Aufsteigern den gegnerischen Block immer wieder überwinden. Doch sich stabilisierende Seelscheide gepaart mit schwächelnden Spichern sorgten für einen Bruch im ersten Satz. Immer wieder schlichen sich in der Spicher Mannschaft Fehler auf allen Positionen ein, sodass der Vorsprung gnadenlos Punkt um Punkt schmolz. Die verunsicherten Spicher konnten dieser Entwicklung nichts mehr entgegensetzen, sodass sie den ersten Satz mit 25:27 an Seelscheid abgeben mussten.

Im zweiten Durchgang konnte die Verunsicherung in den Spicher Reihen nicht abgelegt werden, sodass dieser einer Fortsetzung des ersten Satzes glich. Leichte Fehler in Annahme und Angriff machten es den Seelscheidern einfach, zumal diese mittlerweile ihren Rhythmus gefunden hatten und vor allem über die Mitte punkten konnten. Schnell hatten sie sich eine hohe Führung erarbeitet bzw. schenken lassen, die sie dann nur noch ins Ziel tragen mussten (18:25).

Was für eine Enttäuschung! 0:2-Satzrückstand gegen den Tabellensiebten aus Seelscheid. So hatten sich die Spicher das natürlich nicht vorgestellt. Auch wenn es für sie rechnerisch um nichts mehr ging, da Platz 2 und die damit verbundene Berechtigung zur Relegation um den Aufstieg bereits gesichert war und VC Menden-Much uneinholbar auf Platz 1 lag, wollte man sich nicht die Blöße geben und mit leeren Händen nach Hause fahren. Also nochmal Zähne zusammenbeißen und Vollgas. Der von Coach Ullmann verursachte Motivationsschub sorgte in den ersten Minuten des dritten Satzes auch dafür, dass sich Spich mit guter Leistung einen kleinen Vorsprung erarbeiteten konnte. Dennoch war auch der Gegner weiterhin konzentriert bei der Sache, schließlich wäre ein Dreier für den akut Abstiegsgefährdeten enorm wichtig. Gegen Mitte des Satzes gelang es Seelscheid dann auch, die Spicher Führung zu egalisieren. Machte Spich nun einen Punkt, machte Seelscheid dafür zwei. Beim für Spich fast aussichtslosen Stand von 15:20 nahm Ullmann die zweite Auszeit und appellierte an die Spicher Truppe: „Köpfe nicht hängen lassen und weiter! Es sind nur fünf Punkte Rückstand!“ Vorerst schien es, als würde die Aufmunterung keine Wirkung zeigen, denn Seelscheid antwortete prompt mit zwei Punkten in Folge: 15:22 – drei Punkte fehlten dem Gegner zum glatten 3:0-Sieg. Doch plötzlich zeigten die Seelscheider Nerven und die beiden Spicher Holger Alsmann und Jan Mayer sorgten mit ihren guten Aufschlägen dafür, dass Seelscheid kein sauberes Aufbauspiel mehr anbieten konnte. Dazu zeigte das gesamte Spicher Team zu diesem Zeitpunkt eine überragende Block- und Abwehrarbeit und kletterte Punkt für Punkt der 25-Punkte-Marke entgegen. Auch zwei Auszeiten auf Seelscheider Seite konnten den Aufwärtstrend der Spicher nicht mehr stoppen. Spich erkämpfte sich den ersten Satzgewinn (25:23) und durfte in die Verlängerung.

Mit dem Momentum auf Spicher Seite ging es in den vierten Satz. Und wie! Zwischenzeitliche 11:3-Führung, vor allem wieder durch starke Aufschläge erarbeitet. Auch schien sich zu diesem Zeitpunkt das Zusammenspiel zwischen Außenangreifern und Zuspieler besser gefunden zu  haben. Vor allem Felix Scheel war es, der in lang umkämpften Ballwechseln Nerven behielt und psychologisch wichtige Punkte machte. So kam es, wie es gegen Seelscheid eigentlich nur kommen konnte: Entscheidung vertagt - fünfter Satz (25:16)!

Auch im Entscheidungssatz hatten die Spicher den besseren Start. Wenig Eigenfehler in der Annahme, Durchschlagskraft und Auge im Angriff sowie gute Blockaktionen ermöglichten es ihnen, mit einer 8:4-Führung die Seiten zu wechseln. Vielleicht waren sich die Spicher zu diesem Zeitpunkt ihrer Sache ein wenig zu sicher, denn plötzlich gab es ein Aufbäumen auf des Gegners Seite und die wertvolle Führung wurde mit vier aufeinanderfolgenden Punkten nivelliert. Als dann jedoch Mittelblocker Jan Mayer zwei überragende Blockaktionen hintereinander für sich verbuchen konnte, waren die Seelscheider endgültig gebrochen. Mit 15:10 entschieden die Spicher den letzten Durchgang für sich und durften damit den sechsten Sieg im siebten Rückrundenspiel feiern.

Für Spich haben nie aufgegeben: Felix Scheel, Lukas Preis, Holger Alsmann, Kay Stoebke, Mario Lenz, Jan Mayer, Philipp Küper, Sebastian Schaumann, Tobias Szemkus, Christoph Türk und Coach Carsten Ullmann

Autor: Christoph Türk

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