11. Spieltag 2010/2011: VC Euskirchen - 1. FC Spich

Spielbericht vom 22.01.2011


Den Blick nach unten richten!

 

Das ist die Erkenntnis nach dem Spiel gegen den VC Euskirchen und nunmehr 4 Niederlagen in Folge. Standen wir vor nicht allzu langer Zeit mit 14:0 Punkten noch ungeschlagen an der Tabellenspitze, gilt es nun, die Aufmerksamkeit einzig und allein darauf zu richten, bis zum Ende der Saison mindestens 3 Mannschaften hinter uns zu lassen. Allein diese Sätze hier und jetzt zu formulieren, ist angesichts der allgemeinen Erwartungshaltung zu Saisonbeginn nicht unbedingt leicht. Aber eins nach dem anderen...


Neben dem Langzeitabwesenden André Erdmann fielen für die Partie gegen Euskirchen auch noch Uwe Schultz, Markus Schmitz, Carsten Ullmann und Guido Knauf aus. Teilweise sehr kurzfristig, und da Spielertrainer Patrick Moitz am Ende nur magere 5 Leutchen zur Verfügung standen, mußten wir kurz vor der Abreise zunächsteinmal bei der 2. Mannschaft um Verstärkung bitten.

So mußte sich Matthias Wiegand, regelmäßiger Trainingsteilnehmer bei den 1. Herren und vielversprechende Nachwuchskraft, letzten Endes anstatt gegen Brüser Berg in der Bezirksliga gegen den Tabellenführer der Landesliga behaupten. Und da wir neben dem Personalnotstand auch noch fehlende fahrbare Untersätze zu beklagen hatten, beschlagnahmten wir kurzerhand auch noch sein Auto und quetschten uns nach kleineren Umbaumaßnahmen mit 4 Personen in seinen Corsa, um dort den brummenden Bässen und den gnadenlos klirrenden Hochtönern zu lauschen. Ansonsten war die Fahrt recht entspannt, und ich bin seit dem Wochenende neuer Befürworter des Führerscheins ab 17 mit Begleitperson.

Kommen wir nun zum Spiel. Die Frage, wer spielt, war nicht sonderlich schwer zu beantworten, wenngleich wir auf der Diagonalposition kurzzeitig mit der Option der lebensgroßen Lara Croft Papp-Figur geliebäugelt hatten. Deutlich schwerer war aber die Frage, wer sich auf den anderen vakanten Positionen versuchen durfte. Zur Verfügung standen insgesamt 4 Außenangreifer sowie ein Mittelblocker. Irgendetwas Wichtiges schien zu fehlen...

So entschied sich Patrick Moritz den Zuspieler zu machen. Reiner Egoismuss, da er sich aufgrund der perfekten Annahme auf dieser Position am wenigsten bewegen muß. Holger Alsmann feierte nach ziemlich genau einjähriger Abwesenheit sein Comeback auf der MittelANGREIFERposition - voller Hoffnung, dass er vielleicht da endlich mal einen Angriff im gegnerischen Feld platzieren kann.

Dann ging's los. Gleich zu Beginn des 1. Satzes deckte Euskirchen mit dem Hinterfeldangriff über 1 gekonnt die etwas zu groß geratenen Löcher in der Spicher Verteidigung auf und sicherte sich ohne große Anstrengung ein kleinen Vorsprung. Nach und nach verbesserte sich dann aber die Abstimmung auf Spicher Seite und der Gegner sah sich gezwungen, im Angriff noch druckvoller zu agieren. Und wie sich das für einen Tabellenführer gehört, haben die das auch direkt gemacht und uns ordentlich den Hintern versohlt. Spich beschränkte sich im 1. Satz gemäß der Vorgabe des Trainers zunächst darauf, dem Gegner mit druckvollen Angaben den Spielaufbau zu erschweren. Leider nur mit mäßigem Erfolg, weil eine ganze Reihe druckvoller Angaben ihren direkten Weg an die Wand fanden. Und die wenigen "Knaller"-Angaben, die Euskirchen annehmen mußte, wurden vom Libero locker gepritscht. Der Satz ging entsprechend deutlich mit 25:15 an Euskirchen

Im 2. Durchgang konnte Spich dann endlich spielerisch ein paar Akzente setzen und ein paar schöne Punkte einfahren. Patrick Moritz hatte im Zuspiel seine krummen Finger justiert und die Abstimmung in der Annahme und in der Verteidigung funktionierte jetzt besser. Einzig durch die jetzt noch höhere Fehlerquote bei den druckvollen Angaben erreichte Spich nur 17 Punkte. Dafür aber flogen die Angaben nun noch fester und schneller an die Wand wie im Satz zuvor.

Nach 15 Punkten im 1. Satz und 17 Punkten im 2. Satz folgen logischerweise 25 Punkte im 3. Satz?! Mit diesem Vorsatz gaben die Spicher im 3. Durchgang dann Vollgas. Und wer gedacht hat, die Fehlerquote bei den Angaben vom 2. Satz wäre nicht zu toppen, wurde eines besseren belehrt. Bei ähnlichem Spielverlauf wie in den Sätzen zuvor, reichte es folgerichtig dann auch nur noch zu 14 Punkten und wie im Vorfeld schon befürchtet war die Anreisezeit am Ende tatsächlich länger als die reine Spielzeit.

Einer der wenigen positiven Aspekte dieser deutlichen Klatsche war das Auftreten von Matthias Wiegand, der seine Sache über Außen in seinem ersten Spiel für die 1. Herrenmannschaft wirklich gut gemacht hat. Und da sich die Personalsituation kurz- bis mittelfristig nicht wieder zu entspannen scheint, ist er zusammen mit Tobias Szemkus ein gern gesehener Mitfahrer für die kommenden Spiele.

Am kommenden Wochende geht es für Spich gegen das Tabellenschlusslicht MTV Köln II. Ein Sieg würde einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze bedeuten, der angesichts der letzten Auftritte der Spicher und der Ergebnisse der Mannschaften, die in der Tabelle noch hinter Spich stehen, in seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist. Unsere Zielsetzung hat sich jedenfalls deutlich verändert.

Für Spich spielten: Hans Müller, Thomas Deupmann, Christoph Türk, Matthias Wiegand, Patrick Moritz, Holger Alsmann

Zugriffe: 2579